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Kernanwendungen von BK7-Optikgläsern in der industriellen Bildverarbeitung und in Laborsystemen


BK7 ist das repräsentativste Borosilikatglas der „Crown“-Klasse im Bereich der Optik und gilt seit seiner Entwicklung als Standardmaterial für optische Komponenten wie Linsen, Prismen, Spiegel und Substrate für Strahlteiler. Dank seines hervorragenden Verhältnisses zwischen optischen Eigenschaften und Kosten nimmt es in der industriellen Bildverarbeitung und in Laborsystemen eine unersetzliche Stellung ein.



Die Materialeigenschaften bilden die Grundlage für die Anwendung


BK7 weist im sichtbaren und nahen Infrarotbereich eine hervorragende Durchlässigkeit auf. Mit einem typischen Brechungsindex von etwa 1,5168 (bei 587,6 nm) und einer Abbe-Zahl von etwa 64,0 lässt sich die chromatische Aberration effektiv kontrollieren. Blasen, Verunreinigungen und die durch Spannungen verursachte Doppelbrechung im Material sind auf ein äußerst geringes Maß begrenzt. Das Material verfügt über eine gute chemische Stabilität und lässt sich leicht präzise polieren. Diese Eigenschaften machen es zum bevorzugten Basismaterial für den Aufbau zuverlässiger optischer Systeme.


Eine Schlüsselrolle in der industriellen Bildverarbeitung


In Systemen der industriellen Bildverarbeitung übernehmen BK7-Linsen zentrale Funktionen bei der Strahlformung und Bildgebung. Dabei sticht insbesondere der Einsatz von Zylinderlinsen hervor – sie können Lichtstrahlen in einer einzigen Richtung bündeln oder aufweiten und Lichtpunkte in Linien umwandeln, was sie ideal für strukturierte Lichtbeleuchtung oder Linienprojektionssysteme macht, wie beispielsweise die Erzeugung von Laserlinien in 3D-Scan- und Führungssystemen.

Darüber hinaus werden BK7-Plan-Konvex-Linsen häufig verwendet, um Laserlicht auf einen Detektor zu fokussieren oder für Abbildungsexperimente mit monochromatischen Lichtquellen. Ihre Auslegungswellenlänge liegt üblicherweise bei 546,1 nm (e-Linie), und sie weisen im sichtbaren Spektralbereich eine gute Durchlässigkeit auf. Um die Systemeffizienz zu steigern, bieten Hersteller in der Regel Antireflexbeschichtungen für verschiedene Wellenlängenbereiche wie 400–700 nm oder 400–1000 nm an, mit denen sich die Reflexionsverluste an einer Oberfläche von etwa 4 % auf unter 1 % reduzieren lassen.


Vielfältige Anwendungen in Laborsystemen


In der wissenschaftlichen Forschung und im Labor finden BK7-Linsen noch breitere Anwendung. Standardisierte BK7-Linsensätze umfassen plano-konvexe und plano-konkave Linsen mit verschiedenen Brennweiten (von 25,4 mm bis 300 mm) und erleichtern so den schnellen Aufbau und die Überprüfung optischer Systeme erheblich. Diese Linsen werden zur Strahlaufweitung, Strahlausrichtung, räumlichen Filterung und für andere Anpassungen des Strahlengangs eingesetzt.


Ein typisches Beispiel stammt aus dem Bereich der optischen Prüfung: In Geräten zur Fehlererkennung bei Brillengläsern werden BK7-Linsengruppen als System zur Dioptrienkompensation eingesetzt. Durch die Anpassung des Abstands zwischen der Linsengruppe und dem zu prüfenden Brillenglas (z. B. 20 mm oder 32 mm) lässt sich ein breiter Dioptrienbereich von +1,25 dpt bis -12 dpt abdecken, wodurch eine automatische Erkennung und Klassifizierung von Fehlern bei Brillengläsern unterschiedlicher Stärke ermöglicht wird. Dieses Beispiel verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von BK7-Linsen in Präzisionsmesssystemen.



Leistungsgrenzen und Auswahlkriterien


BK7 ist kein Allzweckmaterial. Da es im UV-Bereich (<350 nm) eine starke Absorption aufweist, eignet es sich nicht für Anwendungen im tiefen UV-Bereich; für Hochleistungslasersysteme ist synthetisches Quarzglas aufgrund seiner höheren Schadensschwelle und seines geringeren Wärmeausdehnungskoeffizienten die bessere Wahl. Für die überwiegende Mehrheit der Bildverarbeitungs- und konventionellen Laborsysteme, die im sichtbaren und nahen Infrarotbereich arbeiten, bietet BK7 jedoch das beste Verhältnis zwischen Leistung und Kosten und ist somit eine kluge Wahl zur Optimierung des Projektbudgets.


Dank ihrer stabilen Materialeigenschaften, der großen Auswahl an Produktspezifikationen und ausgereifter Verarbeitungsverfahren haben sich optische BK7-Linsen zu wichtigen optischen Komponenten entwickelt, die eine Brücke zwischen Laborforschung und industrieller Prüfung schlagen. Angesichts der Entwicklung der industriellen Bildverarbeitung hin zu immer höherer Präzision werden BK7-Linsen in Verbindung mit fortschrittlichen Beschichtungstechnologien auch weiterhin eine entscheidende Rolle in Strahlführungs- und Abbildungssystemen spielen.


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